Südtirol wird zur Marke. Erfahrungen und Strategien des Regionalmarketings

GeoComPass THEMA | Kaum eine Destination in den Alpen blickt auf ein so erfolgreiches touristisches Regionalmarketing zurück wie Südtirol. Aus welchen Komponenten setzt sich eine nachhaltige touristische Positionierung zusammen? Der Architekt des Südtirol-Images berichtet.

GeoComPass THEMA | Kaum eine Destination in den Alpen blickt auf ein so erfolgreiches touristisches Regionalmarketing zurück wie Südtirol. Aus welchen Komponenten setzt sich eine nachhaltige touristische Positionierung zusammen? Der Architekt des Südtirol-Images berichtet.

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17. Dezember 2012 - 19:00

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17. Dezember 2012 - 21:00

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Innstraße 31, 94032 Passau   View map

In einer Welt der gesättigten Grundbedürfnisse beeinflussen Emotionen weit mehr den Kauf eines Produktes als der Verstand es tut. Marken versuchen für ihre Konsumenten das Produkt mit einer Philosophie bzw. mit einem Lebensgefühl aufzuladen. Immer stärker haben in den letzten Jahren Unternehmen mit Markenprodukten ihre Produkt- und Dienstleistungspalette diversifiziert, sie werden zum Systemanbieter: Giorgio Armani verkauft heute beispielsweise auch Uhren. Die Marke sprüht so Vertrauen über die Kernkompetenz hinaus. Wichtig und für die Unternehmen lukrativ ist dabei, dass über die emotionale Ansprache die Preis-Sensibilität des modernen Konsumenten weitgehend ausgeschlossen wird. Dr. Christoph Engl, Direktor der erfolgreichen Südtirol Marketing Gesellschaft, einer Tochtergesellschaft des Landes Südtirol, wird in seinem Vortrag zeigen, dass die Botschaft „Südtirol ist eine der schönsten Landschaften der Welt mit einem hervorragendem Erholungs- und Beherbergungsangebot“ für die meisten Konsumenten heutzutage zu kurz greift. Südtirol hat auch viele andere Kompetenzen: landwirtschaftliche Qualitätsprodukte, kulturelle Vielfalt, spannende Geschichten über die Geschichte und die Menschen der Region. Die Erarbeitung eines inhaltlichen Fundaments sowie einer visuellen Klammer band viele Partner auf dem Weg zur gemeinsamen Vision und Strategie einer Dachmarke Südtirol ein. Dass der Hinweis auf die Herkunft bei vielen Konsumenten Vertrauen erwecken kann, das war bald klar. Die Begehrlichkeit für ein Land entsteht im Wechselspiel: Die Landschaft lädt das Produkt auf, und das Produkt die Landschaft. Konsequente Marktforschung, Wiedererkennbarkeit, Qualitätskontrollen im Lande und dauerhafte Kommunikationsarbeit (auch über das Fernsehen) sind die Voraussetzungen eines erfolgreichen Marken(bildungs)prozesses, wie ihn „Südtirol“ – wie kaum eine andere regionale Marke – in den vergangenen Jahren vorexerziert hat.

 

Bildnachweis: Tourismusverein Villnösser Tal | http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Villnoess_St_Magdalena.jpg?uselang=de