Die Alpen ohne Gletscher - Szenario oder absehbare Wirklichkeit?

GeoComPass SPECIAL | Alpengletscher schmelzen dahin - ein deutliches Signal des Klimawandels. Wie sind die aktuellsten Befunde zur Gletscherentwicklung einzuordnen?

GeoComPass SPECIAL | Alpengletscher schmelzen dahin - ein deutliches Signal des Klimawandels. Wie sind die aktuellsten Befunde zur Gletscherentwicklung einzuordnen?

Referent

Slupetzky, Heinz
Prof. Dr.

Start

12. November 2007 - 19:00

Ende

12. November 2007 - 21:00

Adresse

Innstraße 31, 94032 Passau   Zu Google Maps

“Der Klimawandel macht sich in den Alpen bereits bemerkbar, und Anpassungsmaßnahmen sind von größter Bedeutung”. So steht es im OECD-Bericht 2007. Der zweite Teil des IPCC-Berichts vom Mai 2006 ist der noch dramatischere: Er enthält das Szenario der zu erwartenden Impacts als Folge der Klimaerwärmung. Die Alpen sind besonders anfällig für den Klimawandel, die Erwärmung in jüngster Zeit betrug hier das Dreifache gegenüber dem weltweiten Durchschnitt. Die Jahre 1994, 2000, 2002 und 2003 waren die wärmsten in den Alpen in den letzten 500 Jahren. Die Wissenschaft bemüht sich um möglichst gesicherte Aussagen über die Eintrittswahrscheinlichkeit von möglichen Szenarien in der Zukunft. Die Forscher sind dabei in der Regel um Objektivität bemüht. Immer wieder gegenteilige und polarisierende Meldungen machen es dem Einzelnen schwer: Was stimmt nun wirklich? Noch immer pendelt die mediale Diskussion von “Alles schon einmal da gewesen” bis zu “Horrorszenarien” mit einem vielfältigen Spektrum dazwischen. Ob verharmlosend oder übertreibend: Im Hintergrund geht es um Interessen. Faktum ist: Ein unübersehbares Zeichen einer vor sich gehenden Erwärmung in den Alpen (und weltweit) ist der Gletscherrückgang seit 1850. Etwa ein Jahrhundert lang wurde dies als ein natürlicher Vorgang angesehen. Je besser die Wissenschaft die Zusammenhänge Klima/Gletscher und Mensch/Umwelt entschlüsselte und die Prozesse und Kausalketten verstand, umso mehr verschob sich die Ansicht in Richtung Mensch als Verursacher, ja “Täter”. Als Forscher “am kalten Puls der Gletscher” seit einem halben Jahrhundert hat man Freud, das war der Vorstoß der Alpengletscher um 1980, und Leid, das ist der rasche und verstärkte Abbau der Eismassen seit 1982, erlebt. Nicht digital mit Beamer, sondern mit klassischen (und sehenswerten) Großformatdias können Sie den Geographen und Glaziologen begleiten, wenn er die Frage zu beantworten versucht: Hat der letzte Satz eines Requiems für die Alpengletscher schon begonnen?

 

Bildnachweis: Heinz Slupetzky

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