Brüssel, das multikulturelle Herz Europas – Eine Reise zu Flamen, Wallonen und Europäern

GeoComPass UNTERWEGS | Brüssels viele Facetten - von seiner habsburgischen Vergangenheit über die Zeit als koloniales Zentrum bis zur Bedeutung auf europäischer Ebene - lassen sich auch architekturhistorisch und städtebaulich nachzeichnen. Ein Blick auf die Bühne der Auseinandersetzungen zwischen Flamen und Wallonen.

GeoComPass UNTERWEGS | Brüssels viele Facetten - von seiner habsburgischen Vergangenheit über die Zeit als koloniales Zentrum bis zur Bedeutung auf europäischer Ebene - lassen sich auch architekturhistorisch und städtebaulich nachzeichnen. Ein Blick auf die Bühne der Auseinandersetzungen zwischen Flamen und Wallonen.

Speakers

Ross, Matthias
Dipl.-Kulturw.

Start

13. April 2014 - 8:00

End

18. April 2014 - 17:30

Address

Innstraße 31, 94032 Passau   View map

Eurokraten-Moloch, Bürokratiemonster – viele negative Assoziationen schlagen Brüssel entgegen. Dabei entgeht schnell, dass unter den vielen Vorurteilen eine der faszinierendsten Metropolen des Kontinents verborgen liegt, die seit vielen Jahrhunderten eines der kulturellen Zentren Europas ist. Ob als Residenz des glanzvollen Burgunderhofes, Zentrum des „Reiches, in dem die Sonne nie untergeht“ Kaiser Karls. V., Hauptstadt des Kolonialreichs Leopolds II. oder als Verwaltungszentrum der EU, immer spielte Brüssel eine wichtige Rolle und zog Handel, Kunst und Lebensfreude an. Die Exkursion spürt den Spuren dieser großen Geschichte im Stadtbild nach und führt an Orte, von denen einige auf den ersten Blick gefangen nehmen, andere ihre Schönheit nur dem kundigen und geduldigen Auge zeigen. Die glitzernden Paläste des Europaviertels, die Grand Place, das Atomium, der gigantisch-unheimliche Justizpalast, die in der Stadt überreich verstreuten Schätze des Jugendstils, das heruntergekommen-quirlige Afrikanerviertel Matonge, aber auch die brutalen Betonklötze jüngerer Zeit – sie alle erzählen die Geschichte einer echten Weltstadt, die immer Schmelztiegel und Treffpunkt verschiedener Kulturen war. Auch dem Ruf Brüssels als „Genießerhauptstadt“, dem Geheimnis der berühmten belgischen Chocolatier- und Braukunst und den angeblich weltbesten Pommes Frites wird auf den Grund gegangen. Ein Ausflug in die Weltkulturerbestadt Brügge entführt in die Zeit, als der Handel Flandern zur reichsten Region Europas machte. Auf dem Schlachtfeld von Waterloo wird ein Wendepunkt der europäischen Geschichte neu erlebt. Schließlich illustriert die unfassbare Geschichte der „geteilten Universität“ bei einem Besuch in der altehrwürdigen Universitätsstadt Leuven und der auf dem Reißbrett entworfenen Studentenstadt Louvain-la-Neuve das nicht immer einfache Zusammenleben von Flamen und Wallonen im „letzten Vielvölkerstaat Europas“.

 

Bildnachweis: Vase Petrovski | http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grand_place_brussels.jpg?uselang=de