Brasilien - Die Singularität der peripheren Ungleichheit

GeoComPass THEMA | Reiche schotten sich in ihren Villenvierteln ab, Arme bleiben in Favelas isoliert. Was hält die brasilianische Gesellschaft dennoch zusammen?

GeoComPass THEMA | Reiche schotten sich in ihren Villenvierteln ab, Arme bleiben in Favelas isoliert. Was hält die brasilianische Gesellschaft dennoch zusammen?

Referent

Souza, Jessé
Prof. Dr.

Start

26. Juni 2006 - 19:00

Ende

26. Juni 2006 - 21:00

Adresse

Innstraße 31, 94032 Passau   Zu Google Maps

Prof. Dr. Jesse Souza möchte in seinem Vortrag aufzuzeigen, wie die Naturalisierung der sozialen Ungleichheit und die daraus foldende Schaffung “subalterner Staatsbürger” als Massenphänomen rezenter Modernisierung in den sogenannten westlichen Peripherien am Beispiel von Brasilien angemessener wahrgenommen werden kann. Wenn diese Naturalisierung der sozialen Ungleichheit als Folge nicht eines vermeintlichen prämodernen und persolnalistischen Erbes, sondern als Ergebnis eines effektiven Modernisierungsprozesses großen Ausmaßes begriffen wird, ist eine längstens überfällige Überwindung des modernisierungstheoretischen Paradigmas vollzogen. Dies impliziert, dass die Ungleichheit und ihre Naturalisierung im brasilianischen Alltagsleben modern sind, da sie nämlich mit der Wirksamkeit von modernen Werten und Institutionen verbunden sind, seit deren erfolgreicher Importierung “von außen nach innen”. So beziehen die Mechanismen der Ungleichheit ihre Wirkungskraft nicht daraus, dass sie “personalistisch” sind, sondern im Gegenteil aus der typischen “Unpersönlichkeit” der moderenen Werte und Institutionen. Dies ist es, was ihre Wahrnehmung im Alltagsleben so intransparent und schwierig macht.

 

Bildnachweis: von Alicia Nijdam (Flickr: Rocinha Favela) CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

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